Themen 18. Januar 2011

Vortrag von Uwe Peters nach dem gleichnamigen Buch von Tom Harpur

 

"Der Heidnische Heiland"
- Die Auferstehung des ursprünglichen Glaubens
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Vortrag von Dietmar Michalke nach dem gleichnamigen Buch von Karlheinz Deschner

Der gefälschte Glaube

Einer der führenden Kirchenkritiker unserer Zeit, Karlheinz Deschner, schildert in seinem Buch die Entstehung der christlichen Glaubenslehren vor dem Hintergrund der allgemeinen historischen Entwicklung. Dabei weist er nach, dass alles, was den Gläubigen als angeblich geoffenbarte Wahrheit gepredigt wird, Ausfluss jenes Mischmaschs von Irrtum und Gewalt ist, wie Goethe die Kirchengeschichte einst charakterisierte. Deschner belegt, dass alle wichtigen Glaubensinhalte, Lehraussagen und religiösen Rituale des Christentums - das urchristliche Dogma vom nahen Weltende, die Vergottung Jesu, die Verkündigung des Paulus, Trinität, Taufe, Abendmahl, Beichte, Buße und viele mehr – von älteren Religionen übernommen wurden oder durch Anpassung an die jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnisse entstanden. Sie stammen aus dem Judentum, altorientalischen Vorstellungen, aus Synkretismen des Hellenismus und anderem antiken Gedankengut. Diese Quellen wurden jedoch später von der Kirche zu heidnischem Teufelswerk erklärt und lange Zeit vergessen. Dass dieses zusammengeklaubte Sammelsurium religiöser Anschauungen zweitausend Jahre überdauern und eine ganze Kultur prägen konnte, ist das eigentliche Mysterium des Christentums.

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Preis: 14,95 €, Gebundene Ausgabe: 279 Seiten

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Verlag: Knesebeck; Auflage: 5. Aufl. (1. Januar 2004) ISBN-10: 3896602284

 

Der gefälschte Glaube

1.) Dogmen

1.1 Hat Jesus gelebt

Ob Jesus Christus wirklich gelebt hat, ist aufgrund der Quellenlage nicht sicher zu sagen. Die ältesten Berichte stammen von Paulus, der Jesus nicht selbst kannte, und wurden nach 50 u.Z. verfasst. Paulus schreibt da von seinem Glauben, dass „Jesus gestorben und auferstanden ist“. Von nichtchristlichen Geschichtsschreibern aus der Zeit wurde nichts festgehalten, obwohl gerade die römischen sich gewöhnlich sehr genau mit dem Zeitgeschehen auseinander setzten (so wurde z.B. das Leben des Sklavenführers Spartakus detailliert recherchiert und festgehalten). Der älteste Hinweis auf Jesus in einer nichtchristlichen Schrift findet man bei dem jüdischen Historiker Flavius Josephus in der griechisch geschriebenen „Antiquitates Iudaicae“, die er nach eigenen Angaben 93 u.Z. verfasst hat. Kein Wort eines zeitgenössischen Schriftstellers ist also überliefert, obwohl Jesus Leben und Tod gemäß Bibel besonders spektakulär gewesen sind. Bei seinem Tode etwa

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    riss der Tempelvorhang von oben bis unten entzwei

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    gab es eine außerplanmäßige Sonnenfinsternis von 12 bis 3 Uhr mittags

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    erbebte die Erde entstiegen viele Verstorbene ihren Gräbern und erschienen vielen Lebenden.

Aber selbst die Schrift von Flavius Josephus ist kein stichhaltiger Hinweis, dass Jesus wirklich gelebt hat. Befremdend ist, dass der „ungläubige“ Jude Flavius darin Jesus als den „Christus“ bezeichnet sowie seine Wunder und die Auferstehung bezeugt. Keiner der frühen Kirchenväter (etwa Justin um 150, Tertullian um 200, Origines um 220, Cyprian um 250) berufen sich auf dieses Josephus-Zitat, das ihnen hochwillkommen hätte sein müssen. Und noch im 17. Jahrhundert besaß der holländische Theologe Gerhard Johann Vossius eine Handschrift des Josephus-Textes, in dem sich kein Wort über Jesus fand. Es besteht kaum ein Zweifel und wird auch fast allgemein anerkannt: Das Flavius-Zitat ist eine christliche Fälschung.

Die älteste wirklich zuverlässige Quelle sind die Annalen des Tacitus („Christus, der unter Kaiser Tiberius durch den Landpfleger Pontius Pilatus getötet wurde“), die erst im 2. Jhrt. entstanden. Sie beruhen aber auf den Gerüchten der Christen.

Sonst gibt es nur die Schilderungen des Neuen Testamentes.

1.2 Die Evangelien / Neues Testament

Sie wurden in der Reihenfolge Markus-E. (70-80 uZ), Mathäus und Lukas (100 uZ), dann Johannes (nach 100). Aber sie stammen nicht von den behaupteten  Autoren. Alle Evangelien wurden ursprünglich anonym überliefert. Erst später erhielten sie ihre Verfassernamen. Die Kirche gab sie als Werke von Uraposteln und Apostelschülern aus. Sie wurden im missionarischen Eifer geschrieben. Die Autoren behaupteten auch nicht, ihre Werke seien göttliche Inspirationen gewesen. Im Gegenteil: Lukas versichert, er habe „sorgfältig nachgeforscht“.

Ferner: Es liegen keine Originale der Evangelien vor, nicht einmal Abschriften; nur Abschriften von Abschriften. Beim Abschreiben und Übersetzen traten jedoch versehentlich oder absichtlich Fehler auf. 100 Jahre lang galten die Texte nicht einmal als „heilig“ (erst ab Ende des 2. Jhrts.) und man ging ungeniert mit ihnen um. Es gab zahlreiche sich widersprechende Varianten.

Darum beauftragte Bischof Damasius im Jahre 383 den päpstlichen Sekretär Hironymus, eine einheitliche Fassung der lateinischen Bibel. Er änderte ca 3500 Stellen. Diese Bibel, die Vulgata, lehnte die Kirche selbst lange ab. Erst im 16. Jahrhundert (!) wurde sie auf dem Konziel von Trient für authentisch erklärt.

Aber das Frisieren der Bibel geht bis heute weiter. Luther schrieb noch, wie David mit seinen Gegnern umging: Er „verbrand sie in Zigelöfen“. In der 1971 gedruckten von der EKD genehmigten Bibel heißt es hingegen: Er ließ sie „an den Ziegelöfen arbeiten“. Anderes Beispiel: Bei Luther tötete Gott „funffzig tausend und siebenzig Man“, weil diese die Bundeslade angesehen hatten. Die EKD-Bibel macht daraus bescheidene „siebzig Mann“. Deschner: In der Lutherbibel von 1975 gehen kaum noch zwei Drittel auf Luther zurück. Jedes 3. Wort wurde geändert – teils schwerwiegend.

Einige Widersprüche in den Evangelien:

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    Jesus Abstammung von David (war Markus noch unbekannt)

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    Bei Lukas zählt Jesus Stammbaum 56, bei Mathäus nur 42 Generationen (neben anderen Abweichungen)

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    Auferstehung: Bei Markus erzählen die Frauen niemandem etwas von dem leeren Grab; bei Mätthäus eilen sie schnurstracks zu den Jüngern und erzählen es ihnen. Bei Markus stand ein Engel im Grab, bei Lukas stehen zwei Engel neben den Frauen, bei Johannes sitzen zwei wartend im Grab. Usw … (Die kath. Kirche beansprucht die göttliche Inspiration dieser Texte!)

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    Himmelfahrt: Sie fehlt bei Matthäus, bei Markus ist sie im später ergänzten Schluss, bei Lukas ist sie am Tag der Auferstehung, in der Apostelgescichte 40 Tage später.

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    Jesus wurde immer mehr vergottet. Vorab: Gottessöhne gehörten zur üblichen Folklore der Antike (z.B. Apollo, Mithras)! Bei Markus wurde Jesus erst mit der Taufe (als Erwachsener) zum Sohn Gottes, bei Lukas schon im Mutterleib.  Bei Markus ist Jesus noch nicht gut (Was nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott). Matthäus wandelt diesen unerwünschten Satz ab: Was fragst du mich über das Gute? Jesus ist noch nicht selbst Gott; er betet ihn an oder klagt: Mein Gott, warum hast du mich verlassen? Bei Matthäus aber sagen die Jünger: Du bist Gottes Sohn. Johannes nennt ihn dann erstmals „Gott“. Die Wunder nehmen immer mehr zu. (S. 62/63). Die Heilung des Lazarus kennen die 3 älteren Evangelisten nicht.

2.) Biblische Wunder – vieles abgeschrieben

Söhne von Jungfrauen:
 gab es in Ägypten, Babylon, Indien, Persien, Rom.  In Indien wurde Buddha von einer Jungfrau geboren, in Persien Mithras und Zarathustra, in Griechenland Hephaistos, Platon, Herakles.  Besonders Mithras:  Lange, bevor die Kirche im Jahre 353 den Geburtstag Christi auf den 25. Dezember verlegte, wurde die Geburt Mithras an diesem Tag gefeiert. Die liturgische Formel bei diesem Fest lautete: „ Die Jungfrau hat geboren, zu nimmt das Licht.“ Und „Euch ist heute der Heiland geboren“. Mithras wurde bei seiner Geburt von Hirten angebetet, die ihm die Erstlinge ihrer Herden und Früchte brachten. Wenn wundert es da noch, dass Mithras wie Jesus nach seinem Tode zum Himmel fuhr.

Krippen
 In Krippen oder Körben lagen schon vor Jesus Zeus, Hermes, Dionysos

Mutter Gottes
 Antikes Vorbild war Isis, die als „Gottesmutter“ das göttliche Kind Horus in den Armen hielt

Buddha machte Kranke gesund, Blinde sehend, Lahme gehend. Er schritt über den Ganges wie Jesus über den See. Wie Jesus Jünger Petrus so wandelte auch Buddhas Jünger auf dem Wasser. Beide versanken  in den Fluten, als ihr Glaube zu klein wurde.

Das Wunder auf der Hochzeit von Kana
 Jesus wandelte 700 l Wasser in Wein. Das vollbrachte vor ihm bereits Dionysos. Er musste einen seiner Titel (der Weinstock) an Jesus (der wahre Weinstock) abtreten. Langen feierten Christen die Hochzeit von Kana am 6. Januar. Das war früher das beliebte Dionysosfest.

Asklepios, der Heilgott
 Viele Heilungsgeschichten Jesu wurden bei ihm abgeschrieben. Asklepios hatte den Titel „Heiland“ (Soter). Ein von Asklepios geheilter Blinder sieht wie ein von Jesus Geheilter zunächst nur Bäume. Ihre Bahren tragen von beiden geheilte Lahme davon.

 Stillung von Stürmen, wunderbare Speise- und Brotvermehrung waren in der Antike gängige Geschichten.

Die Auferstehung
 glückte in der Antike zahlreichen anderen „Gottessöhnen“: Dionysos, Herakles, der babylonischen Tammuz, der syrisch Adonis, der phrygische Attis, ägyptische Osiris. Die letzten 3 standen wie Jesus nach 3 Tagen wieder auf.

 Kreuzigung
 Gekreuzigte Götter waren vor Jesus schon Prometheus, Lykurgos, Marsyas und Dionysos
  Die Parallelen zwischen Dionysos und Jesus sind unübersehbar: Dionysos reitet auf einem Esel, der wie bei Jesus als Tier des Friedens bezeichnet wird. Dionysos eisch wurde gegessen und sein Blut getrunken (Abendmahl). Das NT wimmelt von Dionysos-Motiven. Aber auch beim babylonischen Gott Bel Marduk wurde abgeschrieben: Bel Marduk war Weltschöpfer, beherrschte die Heilkunst, war der vom Vater gesandte Erlöser, der gute Hirte, wurde gefangen genommen, verhört, zum Tode verurteilt, gegeißelt, mit einem Verbrecher hingerichtet, während ein anderer frei kam und eine Frau wischte das Herzblut ab, das aus einer Speerwunde quoll. Wie bei Jesus waren auch bei Herakles die Mutter und die Lieblingsjünger beim Kreuz.

Himmelfahrt
 gab es bei Herakles (er stirbt mit den Worten: Es ist vollbracht), Mithras, Kybele, Attis, aber auch Cäsar, Homer, Henoch, Moses, Elias, aber auch Maria. Auch Mohammed fuhr zum Himmel – in Jerusalem. Seit dem ist Jerusalem ein „Heiligtum“, um das sich 3 Religionen streiten!